Christoph Zingg - Pfuusbus

Gesamtleiter Sozialwerke Pfarrer sieber

Christoph Zingg

Christoph Zingg leitet die Sozialwerke Pfarrer Sieber seit 2011. Er ist damit der Chef von 170 Mitarbeitenden in sieben verschiedenen Betrieben und Einrichtungen in der Stadt und im Kanton Zürich. Trotz vieler Führungsaufgaben nimmt er sich wann immer möglich Zeit für den persönlichen Kontakt mit Mitarbeitern und Betreuten.

Aufgewachsen ist Christoph Zingg in der Flughafenregion. Nach einer kaufmännischen Erstausbildung, Sprachaufenthalten in den USA und Frankreich sowie erfolgreicher Tätigkeit als Finanzbuchhalter eines Dienstleistungsunternehmens, holte er die Matura nach und studierte in Bern Theologie. „Kirchlich-diakonisch sozialisiert wurde ich in meiner Jugend durch Kontakte zu Vietnamflüchtlingen“, erinnert er sich. Sein Theologiestudium finanzierte er sich mit Einsätzen als Ramparbeiter auf dem Flughafen Zürich. In die Zeit seines Studienabschlusses fiel auch der Aufbau der Beratungsstelle InfoSekta in Zürich, den Christoph Zingg massgeblich mitgestaltete. Nach seiner Ordination zum reformierten Pfarrer 1992 zog es ihn als Gemeindepfarrer für zehn Jahre ins Bündnerland nach Bever und als Seelsorger ans Spital Samedan. 2002 wurde Christoph Zingg Leiter der Stadtmission in Zürich, ehe er von 2008 bis 2010 Bereichsleiter „Bildung und Gesellschaft“ der reformierten Landeskirche Aargau wurde.

Theologie und Wirtschaft bringt er unter einen Hut

Zu den Sozialwerken Pfarrer Sieber (SWS) kam Christoph Zingg durch Fügung. „Meine Frau legte mir die Stellenausschreibung auf den Küchentisch“, erinnert er sich. Die Interdisziplinarität, die Verbindung von theologischen, betriebswirtschaftlichen, ethischen und politischen Fragestellungen seien in seiner jetzigen Funktion einmalig und spannend, beschreibt er den Reiz seiner Aufgabe als Leiter der SWS. „Ich will meinen Beitrag leisten, dass diese Organisation mit ihren engagierten Mitarbeitenden trotz ihrer Grösse und Komplexität ihre Pionierhaftigkeit, ihre Nähe zu Menschen in Not behält und gestärkt in die Zukunft gehen kann.“ Christoph Zingg ist überzeugt, dass es die SWS angesichts der wachsenden versteckten Nöte in der Gesellschaft braucht. „Es braucht die SWS, die hinschauen und hingehen, wo es sonst niemand tut. Eine SWS, die sich engagieren und Menschen helfen, wieder auf die eigenen Beine zu kommen.“

Wichtiger Teil meines Alltags ist das Vernetzen - nach innen und aussen.Christoph Zingg

Synergien zu nutzen, hilft allen

„Wichtiger Teil meines Alltags ist das Vernetzen – nach innen und aussen“, sagt Christoph Zingg. Die SWS-Betriebe und -Einrichtungen funktionierten gut. Dennoch sieht der Gesamtleiter noch Synergiepotenzial. Dieses gelte es zu nutzen. „Wir fangen Menschen niederschwellig auf und möchten sie nicht einfach ‚weiterreichen‘, sondern ihnen einen Weg zu mehr Selbständigkeit aufzeigen und sie auf diesem Weg begleiten“, betont Christoph Zingg. „Damit dies möglich ist, müssen wir optimal zusammenarbeiten.“ Ein wichtiger Teil seiner Arbeit besteht denn auch darin, Menschen, Ideen und Konzepte zusammenzuführen. In der sozialdiakonischen Landschaft in der Stadt und in der Agglomeration sind die SWS wegen ihrer Niederschwelligkeit ein wichtiger Partner. Darum ist auch die Vernetzung mit anderen Organisationen, aber auch mit Vertretern der öffentlichen Hand oder mit Geldgebern nötig. Christoph Zingg stehen dazu verschiedene Gefässe offen, von der Sitzung über themenbezogene Veranstaltungen bis zu Vorträgen, Medienanlässen und Gottesdiensten, zu denen er eingeladen wird.

Politisch sein und menschlich bleiben

„Durch ihre Arbeitsweise nehmen die SWS einen prophetischen Auftrag wahr“, sagt Christoph Zingg. „Sie geben der Not Gesichter, Namen und Stimmen. Sie zeigen Wege auf, die aus Not und Verwahrlosung herausführen und engagieren sich deshalb auch politisch.“ Mit dem eigenen Fachspital für Sozialmedizin und Abhängigkeitserkrankungen sowie ihren Rehabilitationsangeboten stellen sich die SWS auf die Seite der Schwächsten. „Dieses Engagement wird es auch in Zukunft brauchen“, betont Christoph Zingg. „Signale richtig zu deuten und Mitarbeitende für mutige Schritte zu motivieren, wird die Herausforderung sein, die ich auch in Zukunft und gerne mit Respekt annehme.“